Motorrad-Navigation

Für Motorradfahrer bedeutet Navigation weit mehr, als lediglich den schnellsten Weg von A nach B zu finden. Im Vordergrund stehen kurvenreiche Landstraßen, abwechslungsreiche Streckenverläufe und landschaftlich reizvolle Routen. Eine durchdachte Routenplanung kann dabei den entscheidenden Unterschied machen – sie verwandelt eine gewöhnliche Fahrt in ein echtes Erlebnis.

Wichtig ist dabei, dass das gewählte Navigationssystem praktisch, zuverlässig und einfach bedienbar ist. Egal, ob Smartphones, mobile Navigationsgeräte oder fest eingebaute Bordnavigationssysteme. Ziel ist immer dasselbe – die Fahrt zu genießen, neue Strecken zu entdecken und sicher ans Ziel zu kommen. Im folgenden Abschnitt wird erläutert, wie sich Motorradtouren optimal navigieren lassen.


Smartphone Navigation

Fast jeder besitzt heute ein Smartphone – und damit auch ein leistungsfähiges Navigationssystem. Statt einer klassischen Straßenkarte oder eines speziellen Navigationsgeräts greifen viele Menschen einfach zu einer Navigations-App auf dem Handy. Apps wie Google Maps, Apple Karten oder Calimoto ermöglichen es, in wenigen Sekunden ein Ziel einzugeben und sich per Sprachanweisung dorthin führen zu lassen.

Gerade beim Motorradfahren zeigt sich die praktische Bedeutung der Smartphone-Navigation. Plant man zum Beispiel spontan eine Ausfahrt ins Blaue, kann man direkt auf dem Smartphone eine kurvige Strecke auswählen, Tankstellen entlang der Route anzeigen lassen oder eine gesperrte Straße umfahren. Auch auf unbekannten Strecken im Urlaub hilft das Smartphone, sich schnell zu orientieren, ohne vorher aufwendig Routen planen zu müssen.

Im Alltag wird das Smartphone oft am Lenker befestigt. Während der Fahrt gibt das Gerät dann Abbiegehinweise oder warnt vor Staus. Gleichzeitig kann der Fahrer bei Pausen Nachrichten abrufen, die Route anpassen oder einen neuen Treffpunkt eingeben. Diese Kombination aus Navigation, Kommunikation und Flexibilität macht die Smartphone-Navigation besonders attraktiv.

  • Immer dabei : Das Smartphone gehört für die meisten Menschen zum Alltag und ist fast immer griffbereit. Dadurch wird kein zusätzliches Navigationsgerät benötigt, das extra gekauft, geladen oder montiert werden muss.
  • Live-Verkehrsinformationen: Staus, Unfälle oder Baustellen werden oft in Echtzeit angezeigt und können rechtzeitig umfahren werden.
  • Zusatzinformationen unterwegs:
    Es können zusätzliche Informationen wie Tankstellen, Restaurants, Rastplätze Treffpunkte oder Sehenswürdigkeiten direkt entlang der Route angezeigt werden. Besonders hilfreich sind auch aktuelle Wetterinformationen, die bei der Planung und während der Fahrt eine wichtige Rolle spielen.
  • Viele Apps zur Auswahl: Je nach Bedarf können verschiedene Navigations-Apps genutzt werden. Eine App für die Stadtfahrt oder schnelle Routen, eine andere speziell für kurvige Strecken.
  • Automatische Aktualisierung: Die meisten Apps und Karten werden regelmäßig aktualisiert, sodass neue Straßen oder geänderte Verkehrsführungen schnell verfügbar sind, ohne manuelle Updates..
  • Verknüpfung mit anderen Funktionen: Navigation kann mit Musik, Anrufen oder Nachrichten kombiniert werden.
  • Akkuverbrauch: Auf einer längeren Motorradtour ist der Akku durch Navigation, Display und GPS schnell entladen. Ist keine Lademöglichkeit vorhanden, kann man weder weiter navigieren noch telefonieren oder Hilfe rufen. Im Gegensatz zu einem separaten Motorrad-Navi gibt es dann kein Ersatzgerät, auf das man ausweichen kann.
  • Wetteranfälligkeit: Regen, Hitze oder Kälte können das Smartphone beeinträchtigen bzw. beschädigen.
  • Schwierige Bedienung mit Handschuhen: Touchscreens funktionieren oft nicht mit Motorradhandschuhen.
  • Abhängigkeit vom Mobilfunknetz: Ohne Netz oder ohne Offline-Karten ist die Navigation eingeschränkt.
  • Empfindlich gegenüber Vibrationen: Dauerhafte Motorradvibrationen können bei schlechten Haltervorrichtungen z. B. die Kamera beschädigen.
  • Diebstahlrisiko: Hält man nur kurz an einer Tankstelle oder vor einem Geschäft, kann das Smartphone in wenigen Sekunden aus der Halterung gestohlen werden. Deshalb muss das Handy häufig abmontiert und mitgenommen werden, was umständlich ist und den Nutzungskomfort verringert. Auch das Vergessen des Smartphones kann zum Diebstahl führen.
  • Updates und Kartenpflege: Kartenupdates und Nutzung sind je nach App kostenpflichtig

Ein zweites Smartphone kann direkt als Hauptnavigationsgerät genutzt werden, besonders wenn das eigentliche Handy nicht am Motorrad befestigt werden soll.

Das Zweithandy übernimmt dann alle Navigationsfunktionen, während das erste Handy z. B. für Kommunikation, Musik oder Fotos genutzt wird.

Praxisbeispiele:

Auf längeren Touren: Das Zweithandy wird am Lenker montiert und zeigt die Route an, während das Haupt-Handy in der Tasche bleibt, Akku spart oder für andere Apps genutzt wird.

Sicherheit bei Diebstahl: Fällt das erste Handy aus oder wird gestohlen, bleibt die Navigation weiterhin funktionsfähig und man bleibt erreichbar.

Mehr Funktionen gleichzeitig nutzen: Auf dem Haupt-Handy können Wetter-Apps, Tankstellen-POIs oder Routenplanung laufen, während das Zweithandy die reine Navigation übernimmt.

Kostenvergleich: Ein zweites Smartphone ist in der Anschaffung oft ähnlich teuer wie ein Standard-Motorrad-Navi, bietet aber zusätzliche Funktionen wie Messaging, Wetter-Apps oder Musiksteuerung, sodass es flexibler genutzt werden kann. Auch ein bereits ausgedientes Handy kann wieder Verwendung finden.

Fazit: Ein zweites Handy kann als vollwertiges Navigationsgerät dienen, die Nutzung des ersten Handys flexibler machen und gleichzeitig Diebstahl- oder Ausfallrisiken abfedern. Für längere Touren eine praktische Alternative zum klassischen Navi.

Mobile Navigationsgeräte

Motorrad-Navigationsgeräte sind speziell auf die Bedürfnisse von Bikern zugeschnitten. Sie bieten eine robuste Bauweise, wetterfeste Gehäuse und Displays, die auch meistens bei starker Sonneneinstrahlung gut ablesbar sind.

Große Menüsymbole und ein Handschuh-taugliches Touchscreen ermöglichen das schnelle Anpassen der Route, das Einfügen von Zwischenzielen oder das Umplanen von Umwegen während der Fahrt, ohne die Handschuhe auszuziehen oder das Gerät aus der Halterung zu nehmen. Dank der festen Montage am Motorrad sitzt das Navi jederzeit stabil und sicher, selbst bei Vibrationen, starkem Wind oder holprigen Straßen.

Während das Motorrad-Navi die Navigation übernimmt, bleibt das Smartphone frei nutzbar. Man kann das Handy zum Beispiel für Fotos verwenden, ohne die Navigation zu unterbrechen. So sind die Funktionen klar getrennt und der Akku des Smartphones wird geschont.

Viele Motorrad-Navigationsgeräte lassen sich direkt an die Stromversorgung des Motorrads anschließen, sodass sie auch auf langen Touren dauerhaft mit Energie versorgt – ganz ohne ein zusätzliches Ladekabel wie beim Smartphone, das ständig an-/ abgeklemmt werden muss.

  • Robuste Bauweise: Guter Schutz vor Regen, Staub, Schmutz und Vibrationen.
  • Gut ablesbares Display: Große Symbole, einfache Lesbarkeit bei der Fahrt – auch bei Sonneneinstrahlung und Regen.
  • Gute Bedienung: Touchscreens lassen sich in der Regel besser mit Handschuhen bedienen. Zusätzliche Lenkercontroller ermöglichen das Bedienen des Navis auch ohne die Hände vom Lenker zu nehmen.
  • Feste Montage/Stabilität: Am Motorrad fest montiert, kein Verrutschen oder Herunterfallen, auch bei hoher Geschwindigkeit oder unebenen Straßen.
  • Dauerhafte Stromversorgung: Direkt an die Motorrad-Stromversorgung anschließbar – Akku läuft nie leer, kein extra Ladekabel wie beim Smartphone nötig.
  • Kein Mobilfunk nötig: Alle Kartendaten befinden sich auf dem Gerät und brauchen keine direkte Netzabdeckung.
  • Anschaffungskosten: Navigationsgeräte liegen in der Anschaffung meist im oberen Preissegment. Im Vergleich zu einem einfachen Smartphone oder einer Navi-App ist die Investition deutlich höher.
  • Wenig Zusatzfunktionen: Die meisten Geräte sind ausschließlich auf die Navigation beschränkt. Wetterabfragen, Fotos etc. sind nur mit Smartphone möglich.
  • Updates und Kartenpflege: Kartenupdates sind manchmal kostenpflichtig und erfordern bei älteren Geräten die Installation über PC und spezieller Software.
  • Wenig Diebstahlschutz: Obwohl die Geräte fest montiert sind, können sie bei einem unbeaufsichtigtem Motorrad aus der Halterung entwendet werden.



Bordnavigationssysteme

Ein integriertes Navigationssystem ist eine festverbaute Navigationseinheit, die direkt mit der Fahrzeugelektronik des Motorrad und dem Cockpit‑Display verbunden ist.

Anders als mobilen Navigationsgeräten, die extern am Motorrad montiert werden und oft über einen eigenen Akku betrieben werden müssen, ist ein integriertes System je nach Motorradhersteller serienmäßig oder werkseitig verbaut. (BMW/HONDA/KTM etc.)

Es nutzt die Stromversorgung, Sensoren und Bedienelemente des Motorrads und ist nahtlos in das Cockpit integriert. Dadurch entsteht ein hochgradig vernetztes Fahrerlebnis, bei dem Navigation, Fahrzeuginformationen und Steuerung in einem System kombiniert werden.

Fahrer können die Route auf dem Display verfolgen, während gleichzeitig Geschwindigkeit, Drehzahl, Tankreichweite, Motortemperatur und Außentemperatur angezeigt werden. Über Lenker-Controller oder Multifunktions-Tasten lassen sich Routen ändern, Zwischenziele einfügen oder Umleitungen planen, ohne die Hände vom Lenker zu nehmen oder die Aufmerksamkeit von der Straße abzuwenden.

Zusätzlich können viele integrierte Systeme mit Helm-Headsets gekoppelt werden, sodass Sprachanweisungen direkt ins Ohr übertragen werden.

  • Stabile Montage: Das System ist werkseitig fest installiert und vibrationssicher.
  • Nahtlose Integration: Anzeige von Geschwindigkeit, Drehzahl, Tankreichweite, Motortemperatur, Außentemperatur oder Verbrauch gleichzeitig mit der Navigation.
    Alles auf einem Display – keine separate Gerätebedienung nötig.
  • Stromversorgung: Dauerhafte Energieversorgung über Bordelektronik.
  • Gute Bedienung/Konnektivität: Steuerung über Lenker-Controller oder Multifunktionstasten möglich. Oft Bluetoothfähig für Helm-Headsets.
  • Robustheit: Serienmäßig geschützt gegen Regen, Staub und Vibrationen
  • Hersteller Abhängigkeit: Nicht alle Motorradhersteller bieten diese Lösung an. Bei Fehlfunktionen oder Defekten oft keine schnelle Selbsthilfe möglich → Besuch bei Fachhändler nötig.
  • Updates & Kartenpflege: Kartenupdates teilweise kostenpflichtig oder oft nur über Hersteller / Werkstatt möglich. Kein einfacher Download wie bei mobilen Geräten.
  • Hohe Anschaffungskosten: Oft nur als Zusatzoption bei einigen Motorradherstellern verfügbar.

Navigationssysteme:

Mobile Smartphone APPs


Google Maps:

Nutzung: Kostenlos

Viele Motorradfahrer nutzen Google Maps, um auf dem Weg zum eigentlichen Urlaubsort oder Startpunkt einer Tour die Anreise effizient und stressfrei zu gestalten. Die App zeigt zuverlässig die schnellsten Routen, berücksichtigt Live-Verkehr, Staus oder Baustellen und listet unterwegs geeignete Tankstellen, Rastplätze, Hotels und Campingplätze auf. So können Fahrer die Anfahrt zum Urlaubsziel oder Ausgangspunkt einer längeren Motorradtour komfortabel überbrücken.

Google Maps eignet sich hierbei besonders für lange Autobahn- oder Landstraßen-Etappen, auf denen es weniger um kurvige Strecken geht, sondern darum, pünktlich und entspannt anzukommen, um die eigentliche Tour stressfrei zu starten.

Calimoto:

Nutzung: Kostenpflichtig

Viele Motorradfahrer nutzen Calimoto, um ihre Touren am Urlaubsort oder am Wochenende bewusst genussvoll und kurvenreich zu gestalten – ganz nach dem Motto: Der Weg ist das Ziel.

Die App ist speziell auf Motorräder ausgerichtet und erstellt Routen, die Serpentinen, Bergpässe und landschaftlich besonders reizvolle Straßen bevorzugen – also genau die Strecken, die das Fahrerlebnis spannend und abwechslungsreich machen.

Darüber hinaus zeigt Calimoto Biker-relevante Punkte wie Aussichtspunkte, Bikertreffs oder Tankstellen an. So wird jede Motorradtour zu einem echten Erlebnis, bei dem Kurven, Landschaft und Zwischenstopps perfekt aufeinander abgestimmt sind, während die App zuverlässig den Überblick über Route, Entfernung und Streckenführung behält.


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Empfehlung: Wasserdichte Smartphone Halterungen

Es gibt viele wasserdichte Hüllen mit Befestigungsmaterial, die zuverlässig vor Regen, Staub und Schmutz schützen.

*Hinweis: Trotz gutem Wetterschutz lässt sich das Smartphone durch die transparente Schutzhülle nur schwer bedienen, insbesondere mit Handschuhen und bei Regenwetter. Es muss oftmals wieder ausgepackt werden.

Zusätzlich neigt das Handy bei heißen Außentemperaturen und direkter Sonneneinstrahlung in der Hülle zu überhitzen.

Bei Regenwetter kann es passieren, dass das Plastikfenster von innen beschlägt und das Ablesen des Displays somit erschwert.

Garmin


Kurzvorstellung:

Die Garmin Zumo Serie zählt zu den bekanntesten und am weitesten verbreiteten mobilen Navigationsgeräten, die speziell für Motorradfahrer entwickelt wurden.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Auto-Navis sind diese Geräte von Grund auf für den Einsatz auf zwei Rädern konzipiert. Sie verfügen über ein robustes, wetterfestes Gehäuse, sind vibrationsresistent und halten auch extremen Bedingungen wie Regen, Staub oder starker Sonneneinstrahlung zuverlässig stand.

Gleichzeitig ist die Bedienung praxisgerecht gestaltet: Der Touchscreen oder der zusätzlich montierbarer Lenkercontroller reagieren selbst mit Handschuhen präzise, und die Menüführung ist so aufgebaut, dass sich Routen und Zwischenziele unterwegs schnell anpassen lassen.

  • Eigenschaften: Robustes, wetterfestes Navi, WLAN für Kartenupdates, Bluetooth für Helm-Headsets, Handschuh-kompatibler Touchscreen; vibrationsresistent; Routenplanung für kurvige Strecken, etc.
  • Beliebte Modelle: Garmin Zumo XT, Zumo 396 LMT-S

Zusammenfassung:

Preislich liegen die Navigationsgeräte bei rund 500€, abhängig von Modell, Displaygröße und Ausstattung.

Einfachere oder ältere Geräte sind oft deutlich günstiger erhältlich.


Alle Garmin Produkte ansehen:

TomTom


Kurzvorstellung:

Die TomTom Rider Serie gehört ebenso zu den etablierten mobilen Navigationsgeräten für Motorradfahrer und ist ein direkter Mitbewerber der beliebten Garmin Zumo Serie mit ähnlichen Eigenschaften.

Wie die Garmin‑Navis wurden auch die TomTom Rider speziell für den Einsatz auf zwei Rädern entwickelt: Sie verfügen ebenfalls über ein robustes Gehäuse und sind umfassend gegen wechselnde Witterungsbedingungen geschützt.

Das handschuhtaugliche Touch‑Display sowie die widerstandsfähige Bauweise machen die Geräte ideal für alle typischen Anforderungen beim Motorradfahren.

  • Eigenschaften: Robustes, wetterfestes Gehäuse (IPX7),Vibrations- und stoßresistent, WLAN für Kartenupdates, Bluetooth für Helm-Headsets, Routenplanung für kurvige Strecken, etc.
  • Beliebte Modelle: TomTom Rider 550, 500 und Rider V4 Europa

Zusammenfassung:

Ähnlich wie bei der Garmin Serie überzeugt die TomTom Rider durch ihre kompakte und leichte Bauweise. Die moderne, intuitive Menüführung erleichtert die Bedienung, selbst während der Fahrt, und macht die Navigation schnell verständlich.

Anders als bei Garmin ist das TomTom Gerät vergleichsweise etwas günstiger und liegt im Anschaffungspreis bei rund 400€.


Alle TomTom Produkte ansehen: